Beitrag Flughafen Braunschweig-Wolfsburg in der Krise

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Flughafen Braunschweig-Wolfsburg in der Krise

Sozusagen als Vorbereitung für den Einstieg von Volkswagen wurde der Flughafen Braunschweig bereits im Jahre 2005 in Flughafen Braunschweig-Wolfsburg umbenannt, dann wurde die Start-/Landebahn des Flughafens auf Kosten des Steuerzahlers für die Flugbereitschaft der Volkswagen AG von 1.680m auf 2.300m verlängert und schließlich durfte der Steuerzahler die dadurch erheblich gestiegenen Betriebskosten übernehmen. Eine wahrhaft gelungene Subventionierung eines privaten Unternehmens durch den Steuerzahler!

Steigendes Flughafen-Defizit

Der Betrieb des Flughafens ist allerdings seit über 18 Jahren defizitär und das für das Jahr 2018 erwartete Betriebsergebnis vor Zuschüssen entspricht einem Defizit von mittlerweile 4,59 Mio. Euro.

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Zur Erzielung eines halbwegs ausgeglichenen Jahresabschlusses leisten die Gesellschafter Stadt Braunschweig, Stadt Wolfsburg und das Land Niedersachsen Betriebskostenzuschüsse. Das Land Niedersachsen tritt dabei nicht in Erscheinung, sondern reicht die Mittel über VW weiter – insgesamt alles Steuergelder. Aber selbst diese Zuschüsse sind nicht ausreichend. Zusätzlich werden die Abschreibungen auf die vom Steuerzahler finanzierte Verlängerung der Start-/Landebahn von der Flughafengesellschaft nicht etwa den Rückstellungen zugeführt, sondern als Einnahmen verbucht. Verkäufe eigener Grundstücke, die den Gesellschaftern eh schon gehören, an die Gesellschafter führen zu weiteren scheinbaren Einnahmen. Dazu die Flughafengesellschaft im Jahre 2016: „Die Flughafengesellschaft hatte für betriebsnotwendige Investitionen einen erhöhten Kapitalbedarf, der nur durch den Verkauf von Vermögenswerten gedeckt werden konnte.“

Wie mag es weitergehen?

Die Gesellschafter haben die Summe ihrer Betriebskostenzuschüsse seit 2016 auf 2,8 Mio. Euro gedeckelt. Die Stadt Braunschweig will darüber hinaus prüfen, ob der Flughafen ab 2024 ohne Zuschüsse auskommen kann. Weiterhin hat die EU die Bezuschussung von Flughäfen geändert: Beihilfen zum laufenden Unterhalt von Flughäfen sind danach nur noch bis zum Jahre 2024 erlaubt. Das Defizit des Flughafens wird also eher zu- statt abnehmen. Auswege sind gefragt. Denkbar wäre eine Ausweisung des Flughafens als Sonderflughafen, eine Übernahme des Flughafens durch den Hauptnutzer VW oder die Überführung des Flughafens in eine Betreibergesellschaft, die Einnahmen auch aus nicht-luftfahrtbezogenen Aktivitäten generieren kann.