Salzgitter - doppelt so viel Atomstrom wie gedacht

Aus Unser Braunschweig
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Der Stromanbieter in Salzgitter, die WEVG gehört je zur Hälfte der Stadt sowie dem Energiekonzern E.ON, einem der großen bundesweiten Betreiber von Kernkraftwerken. Durch Veröffentlichung einer Studie zur Stromkennzeichnung beim Nachrichtenportal Spiegel Online wurde u. a. auch die Stromherkunft bei den großen Stromlieferanten der Städte Salzgitter und Braunschweig, WEVG und BS|Energy hinterfragt.

Auf unsere Presseanfrage an die Stadt Salzgitter und WEVG „Wie gedenken WEVG und/oder die Aufsichtsratsvertreter sich gegen das Bild, in der Stadt mit dem designierten Atommüll-Standort Schacht Konrad, durch hohe Atomstrom-Anteile die Atommüll-Problematik zu verschärfen, zu verteidigen?“ antwortete die WEVG:

„Der Strommix der WEVG hat aus unserer Sicht weder einen unmittelbaren noch einen mittelbaren Bezug zur Problematik des ‚Schacht Konrad‘.“

Ansonsten beruft sich der Stromversorger auf die gesetzlichen Bestimmungen zur Kennzeichnung der Stromherkunft nach dem „Erneuerbare Energie Gesetz" (EEG). Die soweit ebenfalls bekannten politischen Vertreter im Aufsichtsrat der WEVG, Wolfgang Bauer, Stefan Rossmann, Rolf Stratmann, Jonas Klingebiel, Th. Schleining sowie Oberbürgermeister Frank Klingebiel antworteten nicht.

Für WEVG ergeben sich demnach folgende Abweichungen:

- Kennzeichnung nach WEVG Angaben: 47,9 % Stromanteil aus regenerativen Quellen. - Wirkliche Stromherkunft: 4,4 % aus regenerativen Quellen tatsächlich.

Dadurch verzerrt sich auch das Bild des entsprechend viel höheren Anteils an Kohle- und Atomstrom am Strommix bei den Stromanbietern.

Bezüglich Atomstrom gibt WEVG einen Anteil von 20,5 % bekannt, während die Studie von Lichtlick auf 37,6 % kommt.

Lichtblick erläutert die Studie weiterhin, dass von allen untersuchten (50, wie in der Presseaussendung und Graphik angegeben) Stromversorgern nur EnBW mit 0,0007 einen höheren Wert an Atommüll in g/kWh in der gesetzlich vorgeschriebenen Stromkennzeichnung aufweise. Yellow, ebenfalls zu EnBW gehörig, habe mit 0,0006 g/kWh denselben Atommüllwert wie die WEVG Salzgitter.

Veröffentlichung der Studie bei Spiegel Online - http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/energiewende-so-klimaschaedlich-ist-ihr-stromanbieter-wirklich-a-1189598.html